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Rudern im Mannschaftsboot


Rudern im Skiff


Einsetzen eines Bootes am Steg
1.11.2007
Hans Rath: Methodische Besonderheiten im Schulrudern - Problemfelder

Große Schülergruppen
sind im Unterricht und Riegenbetrieb nur unter Mitwirkung gut ausgebildeter Helfer aus den Reihen der Schülerinnen und Schüler zu bewältigen. Deshalb sollte im Vorlauf immer erst eine kleinere Zahl von Ausbildungshelfern gründlich vorbereitet werden. Hierbei bieten die Schüler- und Landesruderverbände durch spezielle Lehrgänge gute Unterstützung. Am einfachsten löst sich dieses Problem im Sportunterricht, wenn bereits eine Ruderriege oder AGs im freiwilligen Schülersportbereich bestehen. Hier lernen die Jungen und Mädchen in Kooperation mit dem Protektor/Fachlehrer eigenverantwortlich die Anfängerausbildung durchzuführen.

Besondere Aufsichtsmaßnahmen
sind beim Schulrudern als Wassersportart immer erforderlich und von den Aufsichtsbehörden der Länder z.T. recht unterschiedlich vorgeschrieben.
Generell gilt auf allen öffentlichen Gewässern, das in jedem Boot ein Obmann sitzen muss, der seine Fähigkeit, ein Boot zu führen, nachgewiesen hat. Dies kann er durch einen Steuermannslehrgang oder hinreichende Erfahrung erweben und ist stark von der Beschaffenheit des Gewässers abhängig. Auf Wasserstraßen sind zudem noch Kenntnisse der Verkehrsregeln und Verhaltensweisen im Havariefall erforderlich. Am Rhein werden hierfür von den Ruderverbänden stromspezifische Lehrgänge angeboten. Vor der Ausfahrt ist jede Mannschaft im Fahrtenbuch einzutragen und der Obmann zu kennzeichnen!
Alle steuermannslosen Boote sollten nie ohne Begleitung aus dem Sichtbereich der Ruderanlage herausfahren. In Niedersachsen ist sogar eine Begleitung mit dem Motorboot oder Fahrrad an Land von der Schulbehörde vorgeschrieben. Einerfahrer müssen dabei ganzjährig und Mannschaftsbootsbesatzungen im Winter Rettungswesten anlegen. Hinzu kommt, dass mindestens eine Aufsichtsperson die große Rettungsfähigkeit (DLRG-Leistungsschein) in Verbindung mit einem 1.-Hilfe-Kurs und Kenntnisse in rudersportspezifischen Rettungsmaßnahmen nachweisen muss. Das gilt in wesentlichen Teilen auch für Nordrhein-Westfalen.
Der pflegliche Umgang mit Booten und Zubehör verlangt ebenfalls ein besonderes Engagement des Lehrers. Er sollte den Schülerinnen und Schülern von Anfang an konsequent vermittelt werden, damit nicht schon bald Schäden an den Booten das Rudern und die Zusammenarbeit mit den Rudervereinen gefährden.

Methodische Besonderheiten
in der Anfängerausbildung und im Unterricht ergeben sich aus der Arbeit mit großen Gruppen mit 20 und mehr Schülern. Der Unterricht von Schülergruppen in Klassenstärke verlangt ein gutes Management des Stundenverlaufs, damit überhaupt eine sinnvolle Ausbildung möglich ist. Hierzu ist u.a. ein zügiges Einteilen der Mannschaften und Boote notwendig mit eindeutigen und direkten Anweisungen zum Zuwasserbringen, damit das Ablegen nicht zu viel Zeit verschlingt. Vorgegebene Fahrtwege mit speziellen Aufgaben, die die Mannschaften immer wieder am Lehrer vorbeiführen oder Gruppenfahrten von mehreren Vierern mit dem Ausbilder am Steuer eines Bootes, ermöglichen erst eine gründliche Feinausbildung.
Alternativ kann zu Beginn auch ein ein- oder mehrtägiger Kompaktkurs stehen, in dem die Ruderbewegung soweit erlernt wird, dass die Boote manövrierfähig sind und nun auch Ausfahrten auf schwierigen Gewässern unternommen werden können.
Allgemeingültige Ausführungen zur Ruderausbildung können nicht gemacht werden, da jedes Bootshaus mit Bootspark, Steganlage und Hausgewässer, wie auch die Zusammensetzung und das Alter der Schülergruppe, unterschiedliche Methoden und Organisationsformen verlangen.