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Ausbildung im Skiff


Rudern im Gig-Vierer


Welches Ruderrevier liegt vor?


Welche Möglichkeiten zum Einsetzen der Boote gibt es?


Was fast allen Freude macht: Wanderfahrten
17.08.2007
Hans Rath: Welche Möglichkeiten gibt es an einer Schule zu rudern?

Möglichkeiten und Tipps für neue Schulrudergruppen.

Ich habe als Lehrer(in) einer weiterführenden Schule die Idee, mit Schülerinnen und Schülern den Rudersport betreiben zu wollen. Was kann ich unternehmen?

Zunächst müssen folgende Fragen gestellt werden:
- Habe ich eine ausreichende Qualifikation für die Ausbildung im Rudern?
z.B. ehemaliger Ruderer oder Sportlehrerausbildung mit Schwerpunktfach Rudern

- Welche Voraussetzungen finde ich vor Ort vor?
z.B. ist ein passendes Gewässer in der Nähe, ist ein Ruderverein oder SRV vorhanden?

- In welcher Organisationsform will ich mit den Schülern rudern?
z.B. im Unterricht oder in einer Arbeitsgemeinschaft usw.

- Welche Unterstützung kann ich von Schulleitung, Gemeinde und Aufsichtsbehörde erwarten?
Je nach Beantwortung ergeben sich verschiedene Möglichkeiten für die Bildung neuer Schulrudergruppen. An einigen Beispielen soll das möglichst praxisnah dargestellt werden.

Notwendige Voraussetzung für alle Varianten ist ein geeignetes Gewässer in erreichbarer Nähe der Schule. Werden die Anfahrstrecken zu groß, sind alle Bemühungen für eine dauerhafte Ruderausbildung zum Scheitern verurteilt.
Es bleibt aber doch die Möglichkeit für einen Schnupperkurs im Zusammenhang mit einer Klassen- oder Kursfahrt bzw. eines Ruderlagers. Einige Jugendherbergen und Zeltplätze liegen in der Nähe von Rudervereinen und bieten manchmal auch solche Kurse an! z.B. die Jugendherberge in Langscheid am Sorpesee liegt unmittelbar neben dem RC Sorpesee. Dort finden auch Ruderwartekurse des NRW-RV statt. Auf Anfrage sind die betroffenen Rudervereine gern bereit hier zu helfen. In Berlin bieten einige Schülerbootshäuser auch die Möglichkeit der Unterkunft mit Selbstverpflegung und Nutzung der Boote. Der Ansprechpartner hier ist der Schülerruderverband Berlin. Auch einige Landesleistungsruderzentren bieten solche Möglichkeiten. Anfragen hierzu können auch an uns den Bund Deutscher Schülerruderer gerichtet werden.

Ist ein Gewässer mit einem Ruderverein oder einer Ruderriege in der Nähe, nehme ich Kontakt auf und bitte um Unterstützung in der Anfangsphase. Jeder gut organisierte Verein wird an einem Nachmittag Boote und Helfer für einen Einführungskurs zur Verfügung stellen. Es ist ratsam zunächst mit wenigen Schülern aus den Klassen 8 bis 10 zu beginnen und diese gründlich im Skullen und Riemen auszubilden. Einige Landes- und Schülerruderverbände bieten Lehrgänge für Ausbilder und Schülerruderwarte an, auf denen die Jugendlichen und Lehrer das methodische Rüstzeug der Anfängerausbildung erlernen können. Habe ich diese Angebote genutzt, bin ich gut gerüstet für die Gründung einer Ruderriege mit Anfängern aus den Klassen 5 oder die Einrichtung von Ruderkursen in der Oberstufe. Es bleibt noch zu entscheiden, welche Organisationsform des Schülerruderns gewählt wird ( siehe oben!).

Ist zwar ein geeignetes Gewässer, aber keine Ruderanlage vorhanden, muss ich nicht aufgeben. Habe ich die nötige Qualifikation für die Betreuung einer Ruderriege, gehe ich zunächst auf die Suche nach einer provisorischen Bootsunterkunft. Eine alte Scheune oder ein Schuppen auf einem Bauernhof in der Nähe des Gewässers, eine Fabrikanlage oder auch ein Segelclub sind mögliche Objekte. Im Internet versuche ich in der Bootsbörse des DRV einen gebrauchten Gigdoppelvierer zu beschaffen. Manchmal hilft auch ein Ruderverein oder der Landesruderverband oder Schülerruderverband hier weiter. Die notwendigen Anschaffungskosten übernimmt in den meisten Fällen der Förderverein der Schule. Nun kann es losgehen, nachdem eine notdürftige Anlegestelle im Einvernehmen mit den zuständigen Wasserbehörden errichtet wurde. Hat eine größere Schülerzahl Freude am Rudersport, helfen Schule und Behörden gerne bei der Errichtung einer einfachen Bootshalle, die im Laufe der Jahre zu einem richtigen Schüler-Bootshaus ausgebaut werden kann. Nach einem alten Ruderer-Sprichwort wächst, blüht und gedeiht das Rudern in Baracken und stirbt in Palästen!

Fehlt mir die nötige Qualifikation ( Ruderausbildung im Verein oder Sportlehrer-ausbildung im Rudern und große Rettungsfähigkeit), muss ich mich zunächst um das Erlernen des Ruderns in einem Ruderverein und um den Erwerb der Ausbildungsmethoden und der großen Rettungsfähigkeit auf entsprechenden Lehrgängen s.o. bemühen. Erst danach kann ich die Initiative zur Bildung einer Schulrudergruppe nach den oben angeführten Modellen ergreifen. Auch hier leisten die Schüler- und Landesruderverbände (siehe Anhang) gern Hilfestellung. Es sei denn, ich sorge lediglich dafür, dass meine Schüler in einem naheliegenden Ruderverein rudern können, ohne sie weiter selbst zu betreuen. Auch die Zusammenarbeit mit einem Fachübungsleiter eines Rudervereins ist möglich.

Neben der Qualifikation ist beim Betreuer einer Schulrudergruppe auch immer Engagement erforderlich, d.h. die Bereitschaft, über den normalen Unterricht hinaus einen Teil der Freizeit für die Betreuung der Jugendlichen einzubringen, da die Ruderausbildung und vor allem das Training nicht in 45 Min. Schulstunden zu leisten sind und Wanderfahrten ohne Lehreraufsicht zu risikoreich verlaufen können und deshalb verboten sind. Dafür bietet die Arbeit mit Schülern im Rudersport jedoch schöne Erfolgserlebnisse und macht Spaß!